Weil er tausende Behandlungen unrechtmäßig abgerechnet haben soll, steht ein Arzt aus Niederbayern aktuell vor Gericht. Heute soll das Urteil verkündet werden. Als Poolarzt hatte er Bereitschaftsdienste übernommen, in rund 6.300 Fällen soll er Leistungen für Hausbesuche im Notdienst abgerechnet haben – die Patienten aber nie persönlich aufgesucht haben. Der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns soll dadurch ein Schaden von ungefähr 1,4 Millionen Euro entstanden sein – dazu kommt, dass er in einem Fall eine Patientin sexuell genötigt haben soll. Die Anklage fordert wegen des Betrugs und Übergriffs unter anderem 6 Jahre und 9 Monate Haft sowie ein vierjähriges Berufsverbot. Die Verteidigung plädiert für eine drei Jahre kürzere Haftstrafe.